Archiv für die Kategorie ‘Gedicht’

Zahnarzt

Dienstag, 09. September 2008

Nun sitz ich hier und muss gestehen,
zum Zahnarzt mag ich garnicht gehen.
Niemand wollte ihn empfehlen,
Wie sehr muss er die Menschen quälen?
Vom Zahn fehlt mir zur Zeit ein Stück,
doch bei meinem ungeheuren Glück,
bricht er sonst, und zwar komplett,
Aus meinem unteren, rechten Beissquartett.
Drum fass ich mir ein Herz und Mut,
und hoffe alles wird jetzt gut.
Doch sollte er’s verpfuschen,
nicht nach meinem Willen kuschen,
Wird er erfahren was es heisst,
wenn man ohne Zähne beisst!

Blick

Mittwoch, 25. Juli 2007

Du im Spiegel

Mittwoch, 23. August 2006


Du im Spiegel

Vor dem Spiegel stehe ich
und seh Dich fragend an.
Vor dem Spiegel flehe ich,
dass dies nicht alles sein kann.

Ich stell Dir eine Frage,
Deine Mine wirkt gehemmt.
Ich frage leis und wage:
Bist Du der, der mich gut kennt?

Weisst Du was ich in mir fuehl?
Weisst Du was mir gut gefaellt?
Dein Blick ist starr, so eisig kuehl.
Dein Ausdruck in ein Nichts zerfaellt.

Wenn Du es nicht weisst,
wie koennte ichs dann wissen,
was Leben uns verheisst,
was wir jaemmerlich vermissen?

Ich seh Dich fragend an,
such die Antwort nach dem Glueck.
Doch alles was ich sehen kann:
Du schaust fragend nur zurueck.

Marcell Kluth
23-08-2006

Lebenslied

Mittwoch, 23. August 2006


Lebenslied

Koennte ich mein Ich verlassen,
mich von aussen einmal sehen.
Braeuchte ich mich nicht zu hassen,
koennt vielleicht mich auch verstehen.

Freunde koennten wir dann werden.
Hand in Hand durchs leben gehen.
Alles teilen hier auf Erden,
immer fest zusammen stehen.

Doch verwachsen sind wir fest,
sind an uns gebunden.
Fuer des Lebensrest,
nicht gesucht und nicht gefunden.

Dieser kleine Unterschied,
zwischen waehlen und verpassen.
Entscheidet in dem Lebenslied
zwischen lieben und sich hassen!

Marcell Kluth
23-08-2006

Schafott

Mittwoch, 23. August 2006


Schafott

Jeder Schritt in meinem Leben,
koennt qualvoller nicht mehr werden.
Denn so ist mein ganzes streben,
als ging ich barfuss ueber Scherben!

Wenn ich begierig meine Lungen fuelle,
dann schmerzt es ungeheuer.
Als soege ich in meine Huelle,
das pure Fegefeuer.

Wenn ich meine Zukunft seh,
das Blut mir aus den Augen rinnt.
Der Blick tut infernalisch weh,
als sticht man meine Augen blind.

Meine Seele scheint verdammt,
warum erhoert mich denn kein Gott?
Wenn das Leben mich entflammt,
wenn ich brenn auf dem Schafott?

Marcell Kluth
23-08-2006

Gefaengnis

Mittwoch, 23. August 2006


Gefaengnis

Ich sitze im Gefaengnis,
die Welt kann ich nicht sehn.
Es ist wohl mein Verhaengnis,
in ihm einzugehen.

Nie zu sehn die Schoenheit,
die aussen auf mich wartet.
Die den Geist befreit,
waere er nicht so entartet.

Der Schluessel ist schon laengst verloren.
Der Drang nach Freiheit auch gehemmt.
In Gefangenschaft geboren,
die Angst wenn man nichts andres kennt!

Marcell Kluth
23-08-2006

Nussschale

Mittwoch, 23. August 2006


Nussschale

Wie in einer Nussschale auf dem Meer,
wirft es mich stets hin und her.

Ueber mir da heult der Wind.
Salz in meinen Augen macht mich blind.

Kann meinen Kurs einfach nicht aendern.
Mein ganzes Leben droht zu kentern.

Salziges Wasser benetzt meine Wunden.
Mein ganzer Koerper fuehlt sich wie geschunden.

Stehe kurz vor dem versinken.
Habe Angst vor dem Ertrinken.

Oh Poseidon! Herr der Wellen,
lass mich nicht am Fels zerschellen.

Lass mich ohne aufgwuehlte Seen,
einfach durch mein Leben gehn.

Marcell Kluth
23-08-2006

Waechter

Mittwoch, 23. August 2006


Waechter

Du bist der Waechter tief in mir.
Kein Mensch hat Dich je gesehen.
Doch bist Du stets im Jetzt und Hier,
wirst erst mit mir im Staub vergehen.

Du achtest auf alles was ich tu’.
Stehst mir mit Gewalt im Nacken.
Lasse ich mein Leben zu,
bist Du bereit fest zuzupacken.

Dann quaelst Du die Gedanken
und Schmerz den schenkst Du mir.
Laesst Herz und Seele zanken,
bis ich meinen Halt verlier.

Erst wenn ich tief im Dreck,
im Staube vor Dir liege.
Mit dem Wunsch das ich verreck,
machst Du leis die Biege.

Ziehst Dich dann in mir zurueck.
Wirst meine Gedanken einzeln zaehlen.
Und entdeckst Du welche voller Glueck,
wirst Du erneut mich lustvoll Quaelen.

Marcell Kluth
23-08-2006

Weg

Montag, 21. August 2006


Weg

Warum wurde ich geboren?
Welchen Sinn hat es gehabt?
Wozu bin ich auserkoren?
So unvollkommen, so unbegabt?

Versteh es nicht einmal zu leben.
Sehe keinen Sinn im Hier.
Was haette ich euch schon zu geben?
Machs doch nur komplex und wirr.

Hab ich selbst ein Recht zu leben,
wenn ich mich so selbstlos hasse?
Wie koennte ichs mir je vergeben,
dass mein Leben ich verpasse?

Es gibt ne Frage die mich quaelt:
Was wird von mir hier bleiben?
Was war mein Sinn in dieser Welt,
wenn sich fuer immer meine Augen neigen?

Wie koennte ich auch etwas schaffen,
zerbreche an dem Alltag schon!
In Geist und Seele tiefe Wunden klaffen.
Schrei um Hilfe mit stummen Ton!

War mein Start ins Leben,
beim Startschuss schon verwirkt?
Haette irgend ein anderes streben,
mehr Glueck bei mir bewirkt?

Oder ist mein Weg des Lebens,
ganz egal mit welcher kraft,
bei jeder Wegwahl stets vergebens,
weil jeder Weg nur Leiden schafft?

Ich kann vor lauter Schmerzen,
keine Wege mehr erkennen.
Hab kaum noch Kraft im Herzen.
Hilflosigkeit laesst mich verbrennen.

Ich strecke meine Hand,
voller Verzweifelung in die Luft.
Hast Du meine Not erkannt?
Die Angst die heiser nach Dir ruft?

Ich hoffe Du gibst mir Deine Hand.
Fuehrst mich aus meinem Labyrint,
auf deinem Wege in ein Land,
wo mein Leben an leben gewinnt!

Marcell Kluth
21-08-2006

Mein Feind

Montag, 21. August 2006


Mein Feind

Ich kann nicht mehr klar denken.
Traenen fliessen zaeh herab.
Kann das Leben nicht mehr lenken,
alles fliesst ins Traenengrab.

Mein Herz moecht nicht mehr schlagen.
Meine Augen nicht mehr sehen.
Mein Gefuehl nichts mehr ertragen.
Meine Beine nicht mehr gehen.

Mein Kummer will versiegen.
Meine Gedanken moechten ruhn.
Meinem Schmerz moecht ich erliegen.
Keinen Atemzug mehr tun.

Warum bin ich noch hier?
Was haelt mich hier so fest?
Was zerrt an mir mit solcher Gier?
Was ists was mich nicht gehen laesst?

Sinds die Tage voller Freude,
die ich manchmal spueren kann?
Wo ist die Freude denn dann heute?
Was zieht mich heute in seinen Bann?

Ich sitze hier mit mir allein
und verzweifle an mir selbst.
Ich horche tief in mich hinein
und spuere dann wie Du mich quaelst.

Du bist das Boese tief in mir.
Mein Richter und mein Henker.
Hilflos ausgeliefert bin ich Dir.
Stets bist Du mein Wagenlenker.

Wenns Dir passt laesst Du mich leiden.
Wenns Dir passt dann quaelst Du mich.
Ich wuerde Dich so gerne meiden.
Ich fuehle es: Ich hasse Dich!

Ich hasse Dich! Kannst Du es spueren?
Ich hasse Dich! Mit aller Kraft!
Ich hasse Dich! Will Dich verlieren!
Ich hasse Dich! Mit Leidenschaft!

Mir wird klar Du bist mein Ich.
Bist verwachsen tief mit mir.
Dies Gefuehl, so widerlich.
Dieses Gefuehl, ja das gilt Dir!

Mir wird klar,veletz ich mich,
lasse ich mich stetig leiden,
so verletze ich auch Dich,
wirst vielleicht von dannen scheiden.

Kann mir vielleicht qualen geben,
die Du dann nicht ertragen kannst.
Laesst mich dann alleine Leben,
Dich nicht weiter in mir verschanzt.

Diese Hoffnung, ach so truegerisch.
Viele Jahre habe ichs versucht.
Der Gedanke so verfuehrerisch,
der Gedanke so verflucht.

Ich gebe auf, ein weitres mal.
Wieder hast Du mich besiegt.
Kann kaum ertragen meine Qual,
ich bin der, der Dir erliegt.

Ich sitze hier, bin nicht allein.
Mein aergster Feind ist stets bei mir.
Ich wuerde gerne einsam sein.
Ohne mich allein im Hier!

Marcell Kluth
21-08-2006