Ich sehe auf ein funkelndes Meer. Die Sonne spiegelt sich in unzaehligen kleinen Wellen. Die unsichtbaren Sonnenstrahlen streicheln mein Gesicht. Ich kann sie weder sehen, schmecken noch hoeren. Ich kann nicht nach Ihnen greifen oder sie festhalten. Aber Sie vermoegen es mich zu beruehren. Die Sonne versinkt langsam im Meer. Ich schliesse meine Augen und spuere nur das Hier und Jetzt. Ich merke wie mein Herz schlaegt. Regelmaessig. Kraeftig. Ich fuehle wie meine Fuesse leicht im warmen Sand versunken sind. Ich spuere dass ich fest mit der Feste verbunden bin. Ein leichter Wind weht durch mein Haar. Ein mancher mag einen Sturm in ihm erkennen. Jener der nicht die Erde unter seinen Fuessen zu spueren vermag. Ich erinnere mich daran, dass ich einen weiten Weg gegangen war, um an diesen Ort zu gelangen. Ich oeffne meine Augen und werfe einen Blick ueber meine Schulter. Ich erkenne meine Fussspuren die ich vor nicht allzu langer Zeit in den Sand presste. Meine Augen verfolgen langsam die Fussspuren zurueck. Je weiter sie von mir entfernt sind, desto tiefer sind sie in den Sand gegraben. Bis zu einem gewissen Punkt. Von da an sind ueberhaupt keine Fussspuren mehr zu sehen. Als waere ich nie diesen Weg entlang gekommen. Dort wo meine Fussabdruecke am tiefsten sind bemerke ich eine weitere, sehr undeutliche Spur im Sand. Direkt neben meiner. Je Naeher sie mir kommt, desto deutlicher wird sie. Als meine Blicke am Ende ankommen, sehe ich Dich dort stehen. Du laechelst mich an und Deine Augen strahlen so hell und rein. Mich ueberkommt ein mir unbekannter Frieden. Obwohl ich an diesem ungeschuetzten Strand stehe, entspringt mir das Gefuehl zu Hause angekommen zu sein. Jetzt erst spuere ich, dass Du meine Hand haeltst. Zu sehr habe ich mein Augenmerk auf diese alten Spuren gelegt, um Deine Hand wahrzunehmen. Sie gibt mir Waerme, Zaertlichkeit und Vertrauen. Mein Blick richtet sich nun wieder nach Vorne. Ich sehe einen grossen, riesigen und leeren Strand. Kein einziger Fussabdruck ist zu sehen. Mich erfasst das Gefuehl die Freiheit zu haben wie ich meine Spuren dort hinterlasse. Ob ich gerade oder mal im Kreis gehe. Vielleicht Schlangenlinien oder auf einer Stelle huepfe. Vor meinem inneren Auge stelle ich mir vor, was ich alles auf diesen unberuehrten Strand verwirklichen kann. Ich stelle mir meine Fussspuren vor die ich hinterlassen moechte. Ich merke, dass ich egal wie ich gedanklich durch diesen neuen Abschnitt schreite, immer eine zweite, Deine Spur neben meiner sehe. Mir wird aber klar, dass dies nur meine Vorstellung, meine Phantasie ist. In mir waechst der Wunsch, dass ich das naechste mal wenn ich mich umdrehe genau das sehe, was meine Wuensche gerade in mir geboren haben. Aber es ist auch die Geburtsstunde der Angst. Jener Angst, die mir verbietet mich nochmals umzudrehen…
Archiv für die Kategorie ‘Gedankensplitter’
Spuren im Sand
Freitag, 28. Juli 2006Leere
Donnerstag, 11. Mai 2006Ich werde von einer tief schwarzen Leere umhuellt. Gleich einer Nacht in der Fremde der man sich alleine ausgesetzt sieht. Einsam, verlassen, blind, orientierungs-, hilf- und ziellos. Ich fuehle mich wie dass, was mich umgibt: Leer! Dies weckt Gedanken, Zweifel und Aengste. Nichts existiert in diesem Mantel aus Schwaerze! Nur ich und meine Gedanken. Mir wird klar, dass die Welt, egal wie schoen sie auch sein koennte, egal wie bunt sie auch sein mag, niemals die Huelle meiner Leere durchbricht. Ich bin und ich bleibe in diesem endlosen Nichts gefangen. Alleine und einsam immerdar. Ich stolpere in dieser Finsternis ziellos umher und erahne manchmal den Schein eines schwachen Lichts. Doch wie eine Fatamorgana entschwindet dieser Schein meinem haschenden Zugriff. Er laesst sich nicht fangen. Er laesst sich nicht halten. Ich kann ihn nicht ueberlisten. Ist dieser Schein gar eine Illusion? Ein Hirngespinst? Meine Gedanken und Phantasien faerben diese nachtschwarze Leere immer wieder mit bunten Bildern. Genaehrt von Hoffnungen, Traeumen, Phantasien und Wuenschen. Aber so wie die strahlende Sonne Farben ausbleicht, so verschluckt meine mich allgegenwaertig umgebene Finsternis zielstrebig und hartnaeckig die meinen. Auch die lebhaftesten buntesten Bilder werden von ihr langsam nagend verzehrt und zu einem farblosen Brei aus Hoffnungslosigkeit und Verzweifelung verdaut. Nun sind mir meine letzten Farben ausgegangen.
Ich habe es nun aufgegeben in dieser Finsternis zu wandeln. Denn auch wenn ich viele Schritte getan, viele Anstrengungen unternommen, viele Hoffnungen geboren habe, so bin ich vielleicht in der Finsternis vorangeschritten jedoch ist es auch jetzt noch immer Schwarz und mein aktueller Ort nicht von meinem Startpunkt zu unterscheiden. Vielleicht habe ich Distanz ueberbrueckt, aber vielleicht habe ich auch keinen Meter ueber Grund getan. Diese mich umgebende rabenschwarze Huelle erlaubt mir nicht dies zu erkennen oder auch nur ansatzweise zu erahnen.
So kauere ich nun auf dem Boden jener Finsternis in derer ich mein Dasein zu fristen habe und weine mein Leben mit letzter mir gegebener Kraft aus mir heraus. Ich bin muede. So muede. Ich moechte schlafen. Ewig schlafen…
Vergangenheit
Montag, 08. Mai 2006Es gibt immer wieder Tage an denen ein die Vergangenheit einholt. Man kann sein Glueck noch so laut in die Welt hinausschreien und die alte Zeit verdraengen. Doch kommt der Zeitpunkt an dem sie unverholen an deine Tuer klopft und sagt: “Hey, ich bin auch noch da! Du willst mich doch wohl nicht vergessen!”. Und wahrlich ja, ich will sie vergessen. Vieles aus meiner Vergangenheit ist nicht wirklich Errinerungswuerdig. Viel Schmerz und Leid! Und diesen habe ich verdraengt und versucht zu vergessen. Ich habe versucht meine Vergangenheit zu ersticken, sie zu vergraben und fuer alle Zeiten zu elimieren. Dies gelang mir einige Zeit, doch versteinerte sich mein Wesen und mein Herz! Man kann Gefuehle auf ein minimum herrunterschrauben. Alles was einst dazu fuehrte, das heute tiefe Narben von der Psyche und der Seele prangern. Ich war kurze Zeit faehig den Schmerz zu vergessen, der mein innerstes mit brachialer Gewalt kerbte! Ich war eine Maschine… Ich habe funktioniert! Ich habe mich zwar nicht gut dabei gefuehlt, jedoch, und das war der entscheidende Vorteil, auch nicht negativ! Ich funktionierte einfach innerhalb saemtlicher gesellschaftlichen Parameter! Doch dann beruehrte etwas mein Herz und meine Seele. Holte mich aus meiner Totenstarre heraus. Erweckte mich zu neuem Leben. Zu neuer Lust und dem Wunsch nach Liebe und nach Freiheit. Mir wurden Gefuehle bewusst von unsagbarer Schoenheit das ich es nicht mehr schaffte mich zu vergraben. Mich zu verstecken. Langsam aber sicher wurde ich aus der Hoehle meines finsteren Daseins herausgelockt. Freiwillig betrat ich erneut diese Welt weil der Wunsch geweckt wurde wieder gluecklich zu sein. Es ist etwas in mir passiert, das mich meine Angst und meine Vergangenheit vergessen liess.
Jetzt stehe ich in dieser Welt und fuehle mich manchmal so einsam und hilflos. Und was noch viel schlimmer ist: Verletzlich! Meine Masken sind gefallen, meine Panzer sind zerschellt… Ich bin zwar koerperlich erwachsen, doch innerlich hilflos wie ein Kind. Damit meine ich nicht mich in dieser Welt zurecht zu finden oder “meinen” Alltag zu bestreiten. Nein, ich meine mir fehlt gaenzlich die Faehigkeit bzw. die Erfahrung mein innerstes zu kontrollieren, reflektieren oder sogar manchmal nur zu “propagieren”. Ich kann nicht zugeben, wenn es mir z.B. schlecht geht. Damit beluege ich mich selbst und andere. Ich kann mir nicht eingestehen, das ich etwas nicht kann. Noch immer will ich alles in Perfektion machen. Ich will mein Leben perfekt leben. Doch dies funktioniert nicht. Und obwohl ich dieses Wissen, diese Erkenntnis in mir selbst entdeckt habe, kann ich mit dieser Information trotzdem nichts anfangen. Es gibt wahrscheinlich eingefahrene Verhaltensmuster die nicht so einfach “wegprogrammiert” werden koennen. Dazu gehoert wohl auch, das Ich mich in regelmaessigen Abstaenden schlecht zu fuehlen habe. Und wenn ich mich dann “schlecht” fuehle und mich frage “Warum geht es Mir eigentlich schlecht?” und ich keinen Grund dafuer finde, frage ich mich auch ob es eine Angewohnheit ist. Ist es dieses Gefuehl aus der Vergangenheit, wenn es mir zu gut geht, dann passiert etwas schlimmes? Oder habe ich mich schon daran gewoehnt, das ich mich regelmaessig schlecht zu fuehlen habe? Das es dann, auch wenn ich mich gut fuehle, einfach ueber mich kommt?
Diese und andere Fragen beschaeftigen mich derzeit sehr. Denn diese fuehren dazu, das mache zwischenmenschlichen Beziehungen darunter leiden. Und machnmal auch, das ich dem Menschen der mir am meisten Bedeutet, weh tue! Und nichts, wirklich nichts, liegt mir ferner…
Vieleicht muss ich meiner eigenen Vergangenheit mit etwas mehr Liebe&Dankbarkeit gegenueber treten. Denn schliesslich ist die Vergangenheit das, was uns zu dem macht was wir heute sind. Und vielleicht haette ich bei einer anderen Vergangenheit niemals meine grosse Liebe Claudia kennengelernt! Und wenn dem so ist, muss ich doch fuer meine Vergangenheit 1000fach dankbar sein…
Die Vergangenheit ist nicht zu aendern, die Zukunft ist nicht geschrieben. Der einzige Ort bzw. die einzige Zeit in der man Leben kann ist Hier und Jetzt!
Hilflosigkeit
Dienstag, 31. Januar 2006Jemand rutscht an einem Abhang aus und kann sich gerade noch festhalten. Sollte er fallen, wird er in eine lebensbedrohliche Tiefe stuerzen! Ich moechte dieser Person helfen und strecke meine Hand aus! Doch diese Person kann auf zwei verschiedene Arten reagieren. Entweder nimmt sie meine Hilfe an, sie riskiert eine Hand loszulassen um meine zu greifen. Geht das Risiko ein gerettet zu werden. Weiter leben zu koennen! Oder diese Person klammert sich weiter mit beiden Haenden an den Abhang! Bis ihre Kraft letzendlich schwindet und Sie unweigerlich in die Tiefe stuerzt!
Warum klammert sich diese zweite Person so sehr an den Tod? Aus der Angst heraus zu sterben, wird Sie sterben. Schaetzt sie die Situation falsch ein? Denkt sie, sie kann sich alleine daraus wieder befreien? Braucht keine Hilfe? Oder ist gar zu stolz um Hilfe anzunehmen?
Fast zwei Jahrzehnte stand ich an einem solchen Abgrund und habe meine Hand ausgestreckt! Doch die Person, die abzustuerzen drohte, dachte Sie koenne sich selbst wieder daraus befreien! Sah das Problem nicht. Und sieht es heute auch nicht. Sie haengt weiter am Abgrund und die Haende sind schwach. Sehr schwach!
In dieser Zeit wurde meine Hilflosigkeit und die Angst davor ankonditioniert! Nichts ist fuer mich schlimmer als Hilflosigkeit! An diesem Abgrund zu stehen und es nicht zu schaffen dass mir die Person Ihre Hand zustreckt! Ich stehe dort, mit Angst und Unruhe! Mit Panik und Trauer! Mit Verzweifelung und Sorgen! Und es frisst mich auf, zerrt an meinen Nerven, an meiner Konzentration, an meinen Gefuehlen, an meinem Schlaf, an meiner Ruhe, an meiner Energie, an meinem Lebenswillen. Ich fuehle mich wie ein Tiger im Kaefig der nicht ausbrechen kann. Renne hin und her! Gedankenverwirrt!
Fuehle mich wie jemand, der eine grosse Last zu tragen hat und langsam immer mehr unter Ihr vergeht. Eine Last die ich nicht mehr stemmen kann. Um langsam aber sicher, unter immer groesser werdendem Schmerz darunter zu verrecken! Gefuehle und Erfahrungen die ich nur zu gut kenne. Gefuehle und Erfahrungen, an denen ich schon fast einmal verreckt waere!
Die Angst selbst in den Tod gerissen zu werden, wenn ich dieser Person helfe, ist so nichtig gegenueber der Qual dieser Hilflosigkeit!
Jetzt stehe ich wieder an einem Abgrund! Doch die Sonne blendet mich und ich kann Dich nicht sehen. Ich strecke meine Hand aus und versuche Deine zu greifen. Manchmal beruehren meine Fingerspitzen Deine Hand. Doch weiss ich nicht, ob Du mir Deine Hand entgegenstreckst, oder ob Du Dich nur weiter im Untergrund festkrallst! Ich kann es einfach nicht sehen, ob Du mir Deine Hand reichst, damit ich Dich hoch und damit zurueck ins Leben ziehen kann.
Die Konsequenz, bei diesem Rettungsversuch drauf zu gehen, ist ein leichtes im Gegensatz zu dieser Hilflosigkeit!
Aber auch wie damals kommen mir wieder meine Selbstzweifel! Ist mein Arm ueberhaupt lang genug? Strahle ich nicht genug Selbstbewusstsein und Kraft aus? Liegt es an mir, das die Person sich nicht traut mir Ihre Hand zu reichen? Liegt es an meiner Unfaehigkeit dieser Person das noetige Vertrauen zu zeigen? Bin ich zu schwach? Zu Unscheinbar? Zu Unwichtig? Strahle ich keine Sicherheit aus? Liegt es an mir, dass man meine Hilfe nicht annehmen kann oder will?
Ist es letzendlich meine Schuld, das diese Person in den Abgrund stuerzen wird? Ist es mein ureigenstes Versagen, welches diese Person auf mein Gewissen gehen laesst?
Du kannst meine Hand sehen, denn Dich blendet die Sonne nicht!
Werde ich erneut versagen oder wirst Du sie greifen?
Kann ich Dich zurueck ins Leben ziehen?
Weisse Wand
Montag, 21. November 2005Ich blicke auf eine weisse Wand! So weiss und rein, dass es fast in den Augen schmerzt! Eine weisse Wand! Keine Konturen, keine Maserung, keine Unterschiede! Es ist nur eine weisse kalte Wand! Perfekt weiss! Doch explodieren in meinem Kopf die Farben und Gedanken! Mein Geist malt Bilder in diese Wand! Ich sehe Konturen die mich verrueckt werden lassen! Ich sehe Augen, so leuchtend, das Sie mir den Verstand kosten! Ich spuere Waerme von dieser Wand ausgehen! Sie verbrennt mich. Ich sehe nichts und doch soviel! Mein Geist spielt mit mir! Ein Spiel, welches ich nicht gewinnen kann!
Jetzt starre ich schon so lange diese weisse Wand an. So lange versuche ich meinen Geist dahin zu trimmen, nur diese weisse Wand wahr zu nehmen! Meinen Geist dazu zu zwingen nichts anderes zu denken! Und diese Leere auf mein Bewusstsein zu uebertragen. Meinen Verstand dazu zu bringen, nur noch “weiss” zu denken!
Aber es gelingt mir nicht! Ich sehe Dich! Egal was ich versuche. Egal wie sehr ich mich konzentriere! Ich sehe Deine leuchtenden Augen!
Wie soll ich das bloss interpretieren? Kann ich Dich nicht vergessen oder verdraengen? Selbst wenn ich mir jegliche Sinneseindruecke verwehre?
Mich quaelt nun die Frage, was Du siehst, wenn Du Dir diese weisse Wand ansiehst!
Soldat
Samstag, 12. November 2005Ich fuehle mich manchmal wie ein Soldat an der Front. Seine Liebste ist hunderte Kilometer weit weg. Man durchleidet Aengste und Qualen, und doch ist man in dieser “Hoelle” immer mit den Gedanken bei Ihr! Vermisst Sie, mehr als einem die Schlacht am naechsten Morgen Angst macht! Man moechte nur bei Ihr sein. Geborgen in Ihren Armen schlummern! Angstlos! Lebend! Doch die Umstaende erlauben es nicht. Und jeden neuen Tag steht man wieder mit seiner Angst und seinen Zweifeln an der Front!
Manchmal bin ich wie dieser Soldat! Ich weiss das meine Liebste da ist. Doch sie ist so weit weg! Abgeschnitten! Ich weiss nicht, ob es Ihr gut geht! Ich weiss nicht was Sie denkt und was sie fuehlt! Werde ich Sie jemals wiedersehen? Oder ist sie bereits dem Feind in die Haende gefallen?
Ja, ich bin wie dieser Soldat! Ich kaempfe nicht nur um zu ueberleben, sondern auch fuer die Freiheit! Fuer die Freiheit, in der meine Liebste einmal leben soll!
Meine Gedanken sind jeden Tag bei Ihr! Sie halten mich in der Kaelte und Grausamkeit des Krieges am Leben!
Wenn ich Ihr doch nur einen Satz von der Front schicken koennte! Ich muesste nichtmal lange ueberlegen. Es waere: “Ich liebe Dich!”
Werde was Du bist!
Sonntag, 11. September 2005Ich sitze hier, mit dem Buch “Werde was Du bist!”. Nur frage ich mich, wie soll ich etwas werden, was ich schon bin? Braeuchte ich nicht ein Buch, mit dem Titel “Werde was Du immer sein wolltest!”?
Aber wie kann ich etwas werden, was ich will, aber nicht bin? Ich glaube ich habe zu lange geglaubt, das ich das werden kann, was ich moechte! Doch leider scheint es nicht zu funktionieren. Es hat nie geklappt, und ich denke nun, das es das auch nie wird. Ich habe geglaubt, positives Denken koennte einem das Leben verbessern. Doch wenn ich jetzt ein Jahr zurueckblicke, indem ich es versucht habe, brachte es mir nichts!
Stets Kummer und Stress. Aber meinen Zielen bin ich kein Stueck naeher gekommen. Vieleicht liegt mein Glueck im Loslassen. Einfach alles loslassen. Alle meine Traeume die ich jemals hatte, alle meine Wuensche die sich noch in meine Seele krallen, vergessen, aufgeben, loslassen!
Vieleicht gibt es eine Vorherbestimmung im Leben. Ein Schicksal, welches sich erfuellen wird, egal wie wir versuchen mit unserer Zukunft zu hadern!
Ich werde jetzt loslassen! Das Kaempfen beenden! Jetzt ist mein Schicksal an der Reihe, einmal das seinige zu tun!
Ein Mensch kann sich eine erfuellende Liebe noch so sehr wuenschen, doch wenn sein Schicksal sie Ihm nicht einraeumt, so wird er sie niemals finden. Wenn ein Mensch sich ein eigenes kleines Heim wuenscht, doch die Bestimmung Ihm es verwehrt, so kann er noch so sehr versuchen sein Ziel zu erreichen.
Wenn mein Schicksal mir doch nur sagen wuerde, was mir zugedacht ist. Damit ich nicht mehr kaempfen muss, um Dinge die ich niemals mehr bekommen werde. Ich habe keine Lust und keine Kraft mehr, mich um Dinge zu bemuehen, die ich niemals haben kann. Meine Kraft reicht gerade fuer die Dinge, die in meinem Wirkungskreis liegen. Ich moechte nicht mehr gegen mein Schicksal kaempfen. Wenn ich arm bleiben muss, so werde ich arm bleiben. Wenn ich niemals die wahre Liebe finde, so soll es sein! Wenn ich keine Freunde haben soll, beuge ich mich dem. Wenn die Einsamkeit mir vorherbestimmt ist, so akzeptiere ich es.
Doch, ich will es wissen. Denn Ich kaempfe immer um Liebe und Freundschaft, um Geld und Gesellschaft! Doch scheint es vergebens. Alles was ich tu, alles was ich versuche, alles was ich moechte ist irrelevant. Es ist nichtig und sinnlos!
Welches Verbrechen habe ich begangen, oder fuer was muss ich zahlen? Das meine Wuensche nicht erfuellt werden. Das ich von nahestehenden Menschen betrogen und hintergangen werde? Warum wird mein Vertrauen so wehement missbraucht? Ich weiss ich sollte die Dinge der Vergangenheit ruhen lassen, doch leider brodelt in mir so mancher Hass. Und es kommt der Tag, da wird diesem Hass genuege getan! Vieleicht sollte ich ein Leben in Hass und Vergeltung Leben! Vieleicht suche ich meine Tugenden auf der falschen Seite.
Aber wieder habe ich eine Lektion im Leben gelernt. Eigentlich wusste ich es schon immer Instinktiv: Egal was ich mache, es ist falsch! Diese Erkenntnis ist nicht leicht zu verdauen, doch ich muss lernen damit zu leben. Ich muss meine Fehler dadurch minimieren, indem ich mich verschanze und verstecke! So wie ich es schon immer getan habe! Es war ein instinktives Verhalten und es war wohl richtig! Mir liegt es noch im Ohr “Du musst an dir arbeiten!”. Aber wofuer? Das einem die Fehler der Vergangenheit noch immer angekreidet werden?
Ich bin so mutlos und traurig… Ich kann meine Leere garnicht beschreiben! Aber macht euch keine Sorgen, bzw. heuchelt mir keine vor! Euer Mitleid kotzt mich naemlich an! Ich brauche kein Mitleid… Ich brauche was anderes, aber das koennt Ihr nicht verstehen. Und ich glaube nicht, das Ihr es mir geben koennt!
Das Problem liegt einzig und allein bei mir! Ich will mehr sein und haben, als ich jemals bekommen kann: Liebe, Freunde, Vertrauen, Verstaendnis und gemaesssigten Wohlstand! Mir sind jedoch nur Zweifel und Angst gegeben. Aber wen kuemmert es schon? Wenn ich eines Tages verreckt bin, dann werdet Ihr von mir erloest sein! Freut euch darauf…
Dunkelheit
Sonntag, 11. September 2005Langsam verziehen sich die Nebelschwaden von den Gewaessern. Doch bleibt in mir diese feuchte, kalte und beaengstigende Dunkelheit zurueck. Ich kann kaum atmen und kaum denken. Mich umhuellt eine tiefe Trauer, eine menschliche Leere und bitterliche Angst. Ich bin mit mir alleine, und habe davor ein grauen. Ich komme aus dem nichts, und ich werde ins nichts gehen. Doch was bleibt ist das hier und jetzt. Und auch dies ist nichts. Es schnuert mir die Luft ab. Es treibt mir Traenen in die Augen. Es nimmt mir die Lust am sein! Ich bin einen langen Weg gegangen. Ja, grosse Stuecke dieses Weges ging ich mit Hoffnung im Gepaeck. Hoffnung fuer ein besseres, freudigeres Dasein. Doch nach diesem langen Weg bin ich wieder dort angekommen, wo ich aufbrach. In der Dunkelheit welche mich einengt und festhaelt. Die mich umklammert wie die nackte Hand des Todes. Meine quaelenden Schreie, versterben darin. Wer sollte auch, in dieser Einsamkeit, die Hilflosigkeit sehen? Den Kummer spueren?
Den langen Weg, den ich gegangen, war ein Weg fuer das Nichts! Ich habe mir blutige Fuesse geholt fuer einen Moment voll Freude. Doch dieser Moment verstarb, da ich Ihn nicht teilen konnte. In der Einsamkeit laesst es sich schwer teilen. Weder Freud noch Last. Drum trage ich auch heute wieder, meine Last, die mir schon immer gegeben ward. Von der mir keiner etwas abnimmt, von der keiner sie erahnt! Unter Ihr werde ich vergehen, alleine, in Einsamkeit!
Unerfuellte (Hunde-)Wuensche – Eine Tragoedie
Donnerstag, 10. März 2005Hallo Juenger, ich habe mir heute die Frage gestellt, was in einem kleinen Menschen zerbrechen kann, wenn er einen so innigen und unerfuellten Wunsch nach Liebe und Zuneigung hat, und dieser Abgelehnt wird? Meine folgenden Ueberlegungen sind rein fiktiv und aehnlichkeiten mit lebenden bzw. (Hirn-) toten Personen sind rein Zufaellig und garantiert nicht beabsichtigt!
Man stelle sich mal folgendes vor: Ein kleiner Junge wuenscht sich von seinen Eltern geliebt und beachtet zu werden. Er wuenscht sich nichts sehnlicher als Anerkennung und Liebe! Geborgenheit und Nestwaerme! Ein Gefuehl von wohligwarmen Armen die einen umschliessen, selbst wenn seine Mami weit entfernt ist. Das was fuer fast jedes Kind Normalitaet ist.
Doch wenn er fragt: “Du Mami, gehen wir auf den Spielplatz zu den anderen Kindern?”, kriegt er nur zu hoeren “Nein! Dort scheissen die Dreckskoeter hin! Geh auf dein Zimmer und surf ein wenig im Netz!” oder wenn er sich sehnlichst wuenscht “Mami, gehen wir in den Park?” Die Antwort ertoent, “Nein, da laufen bissige Hunde rum, geh lieber auf dein Zimmer spiel Computer!”.
Aber Kinder sind ja nicht so dumm wie wir immer annehmen. So gebar das Kind den sehnlichen Wunsch nach einem Hund! Denn wenn er einen Hund haette, so koennte er auch auf den Spielplatz. Denn dort muss er ja sein Geschaeft verrichten! Ja, dann kann ich auch in den Park, denn alle sind mit Ihren Hunden im Park! So ward der Wunsch, der lauthals nach der Mutterbrust schrie, geboren! Jahrelang flehte der kleine Junge seine Eltern an, Ihm einen Hund zu schenken. Zu jedem Geburtstag, wenn er die Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen ausgeblasen hatte, schloss er die Augen und wuenschte sich so sehnlichst einen Hund. Einen Freund… einen einzigen Freund… In seine Welt, die mittlerweile nur von seinem Computer dominiert war. Die einzige Freiheit die er je kennenlernen durfte, ist die ueber Bildschirm und Tastatur erreichbare!
Eines Tages, als der kleine Junge wieder weinend vor seinen Eltern stand und um einen Hund bat, platze selbigen der Kragen! “Du willst einen Hund? Du kannst selbst so ein dreckiger, reudiger Dreckskoeter sein!” Von da an, wurde er wie ein Hund behandelt, ja man muss sagen misshandelt! Er musste seine Nahrung aus einem Topf vom Boden aufnehmen. Sein Geschaeft musste er im Garten verrichten! Man hat Ihn sogar mit der Leine zur Schule gebracht!
So behandelt und missbraucht, seelisch gequaelt und ausgegrenzt entwickelte der kleine Junge im Laufe seines Lebens einen unbegruendeten Hass auf Hunde! Weil er nie etwas anders sehen durfte ausser sein Zimmer und seinen Computer! Nie wirkliche Freunde hatte, denn in der Schule wurde er ausgelacht und gehaenselt! Und das nur weil er ein Halsband mit seinem Namen trug! Er projezierte den Liebesmangel auf das Geschoepf, welches er sich so sehr wuenschte! Die einzige Zuneigung die er jemals erlebt hatte war jene, wenn sein Papi Ihn Abends in seinem Zimmer besuchte, und die Tuer hinter sich abschloss! All seine Wut projezierte er in seinen Wunsch! Haette ich einen Hund gehabt, waere mir das alles nicht wiederfahren. Ich verfluche dich Du Geschoepf der Hoelle… Ich werde dich jagen und dir das gleiche tun! Das gelobe ich! Danach setzt er sich an seinen Computer, die einzige Welt die er je gekannt…
Was fuer ein Mensch, koennte/wuerde dieser rein fiktive Junge wohl werden? Also ich hab da ueberhaupt keine Idee… Ihr?
Als ich neulich gefragt haette
Donnerstag, 24. Februar 2005Als ich neulich gefragt haette meines Ichs zu zwoelf teilen zu verschenken, und mich infolgedessen der gleichen Offenherzigkeit zu versuchen wie ich es erkannt habe im Traum. So haette ich besser genommen was mir blau erschien um zu sehen was nicht weit zu fuss war. Drum schwebe dem Stein herrueber dessen Froschschenkel zu der Maschine geworden zu sein wird. Ich laechelte drei Meter hoch, und ersonn die Materie feierlich zu schnueren. Ploetzlich sagte die Hinteruer mit aufwehenden Raedern: Halte aus Holde Wolke. Regel das Wasser auf dem Schlauch der Weisheit, so wird der Pfad breiter als das Licht gebacken. Der Sinn auf dem Buch wo die wilde Sagenhaftigkeit blueht ergeht zum Vulkanismus purer Leidenschaft. Wie kann der Mangel an wollen so leidenschaftlich platzen? Der Grad ueber den Weichen des mangelnden Reichtums ist fliessender als Stuecke voller Liquiditaet! Drum erhebt euch zum Setzen, und lebt auf dem Gesang! Das Ende wird gruener werden als die Ewigkeit je wollte!